WERNER das Rennen 2004 blieb zwar mit ca. 30000 Gästen weit hinter der Fete von Hartenholm 1988 mit seinen damaligen 250000 Besuchern zurück, nichts desto weniger zeigte sich der Großteil des Publikums durchaus zufrieden. Von Freitag, den 3. 9. 2004 bis Sonntag den 5. 9. 2004 vibrierte bei herrlichstem Wetter auf dem Lausitzer Eurospeedway die Luft. Nicht eine Minute verstrich, ohne dass nicht an irgendeiner Ecke des Geländes Motoren oder Musik zu hören war; so sollte das ja auch sein.
Zu den Highlights der Live-Bands zählten neben Motörhead, die Freitag Abend ganz ordentlich einheizten, auch In Extremo mit ihren mittelalterlich anmutenden Liedern. The Darkness, JBO und Dick Brave tobten ebenfalls über die Bühne. Natürlich war auch Torfrock mit dabei. Rio Bravo, Achim Reichel und andere vervollständigten die musikalische Untermalung des Festivals und boten musikalische Klänge für vielerlei Geschmäcker.

Aber auch das Auge bekam einiges geboten.
So fanden Samstag und Sonntag mehrere Dragsterrennen verschiedener Klassen statt, bei denen es zahlreiche Fahrzeuge zu sehen gab, die das Herz eines jeden motorbegeisterten Benzinmenschen höher schlagen ließ. Unter all den Rennteilnehmern war auch der Vize-Europameister Peter Schöfer samt Team und Dragster.
In schneller Folge katapultierten sich diese, teilweise mit Spezialgemischen betriebenen, Um- und Eigenbauten über den Asphalt um den am Start Stehenden das Adrenalin durch die Blutbahn zu jagen.

Nach all dem Spektakel sollte dann der eigentliche Höhepunkt der ganzen Veranstaltung stattfinden. So rollte die DOLMETTE (jüngstes Mitglied der wernerschen Kultureisen) mit einem siegessicheren Andi Feldmann als Piloten, zum Start um gegen Christina Surer mit ihrem AS 400 (ein modifizierter Audi A4) anzutreten.
Sekunden später war die DOLMETTE geschlagen.
Was war passiert?
Keiner weiß das so genau.
Um so weniger, als dass die DOLMETTE in ihren letzten Testläufen astrein funktionierte und ihren Rivalen eigentlich mühelos hätte versägen sollen.
Nun, man wird nach den Ursachen zu forschen haben …

Auch Brösel, der endlich seine Revanche für das verloren gegangene Rennen von 1988 in Hartenholm bekommen sollte, war mit seinem modifizierten RED PORSCHE KILLER wenig glückreich und mußte sich nach drei mißglückten Startversuchen erneut geschlagen geben. Warum Brösels Kiste nicht in die Gänge kam ist mindestens ebenso rätselhaft wie das Ungemach seines Bruders Andi mit der DOLMETTE. Zumal der RED PORSCHE KILLER in den letzten Monaten vorm Rennen von Ölfuß auf Riemenantrieb umgebaut und grundüberholt wurde und ebenfalls die letzten Tests anstandslos bewältigte.
Doch trotz dieser Pannen gab es gegen Ende des Festivals immerhin einen Weltrekord.
108 Motorradfahrer, so viele wie niemals zuvor, beteiligten sich mit ihren Motorrädern beim Massenburnout und bliesen eine fette Gummiwolke die Rennstrecke entlang, die allem und jedem Sicht und Atem raubte.
Alles in allem ging es in diesen drei Tagen auf dem Eurospeedway recht friedlich zu.
Obwohl es sicherlich hier und da Anlaß zur Kritik gab, rüstet die WERNER-Schar auf, um für ein zukünftiges WERNER-Treffen besser gewappnet zu sein und das ganze dann so aufzuziehen, dass die Gäste der WERNER-Zunft rundum glücklich sind.

Es wäre einfach nur schön, wenn es nochmals gelänge, 250000 Menschen mit friedlicher Gesinnung und dem Oktanvirus verfallen auf einen Haufen zu bekommen, um eine Fete zu feiern, wie es die Welt noch nicht gesehen hat.